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Nico's Ameisen

Haltungsberichte und Informationen

Fütterung

Alle Ameisen brauchen Nahrung.
Diesen Satz konnte ich mir nicht verkneifen, da immer wieder mal die Frage kommt ob man Ameisen überhaupt füttern muss...

Ameisen brauchen kurz gesagt Zucker und Proteine.
Ersteres für adulte Tiere und zweiteres für die Larven und die Königin.
Auch Wasser muss immer vorhanden sein.
Ausnahmen bilden hier die Blattschneider und Samenfresser, zu denen komme ich weiter unten.

Kohlenhydrate

Ameisen benötigen Kohlenhydrate in Form von Zucker.
Jedoch gibt es verschiedene Zuckerformen. Interessant für die Ameisenhaltung sind Haushaltszucker (Saccharose), Fruchtzucker (Fructose) und Traubenzucker (Glucose).

Die gängigen Zuckergaben in der Ameisenhaltung:
- Zuckerwasser (Saccharose)
- Honig (Fructose, Glucose, pflanzliche Zusätze)
- Honigwasser (Fructose, Glucose, pflanzliche Zusätze)
- Jellys (Je nach Hersteller verschiedene Zuckerformen und Proteine)
- Invertzucker (Fructose, Glucose)

Ameisen können mit allen drei angegebenen Zuckerarten überleben, jedoch können sie Fructose und Glucose besser verarbeiten, da es bereits gespaltene Saccharose ist. Desweiteren scheiden sich die Geister ob es sinnvoll ist Zucker und Proteine gemischt zu verfüttern. Dadurch dass sie nicht in der Lage sind beides zu trennen sind Arbeiterinnen gezwungen die Proteine zu essen obwohl sie diese nicht verwerten können, um an den beigemischten Zucker zu kommen. Für alle die gern naturnah füttern: Zucker und Proteine kommen in der Natur überwiegend getrennt vor.
Hier ein Beleg: ↪Zu eiweißreiches Essen - n-tv

Erste Analyse zu den Zuckergaben:
- Zuckerwasser -> Nicht sehr gut verwertbar.
- Honig -> Gut verwertbar.
- Honigwasser -> Gut verwertbar und besser abzufüllen.
- Jellys -> Großer Verdauungsaufwand, welcher die Lebenszeit verkürzen kann.
- Invertzucker -> Gut verwertbar.

Nun bleiben noch Invertzucker, Honig und Honigwasser, wobei ich die beiden letzteren zusammenfasse, da sich nur der Wasseranteil unterscheidet.
Was ist nun also besser?
Der Unterschied zwischen Honig und Invertzucker ist, dass im Honig einige Enzyme, Proteine und Aromen vorhanden sind.

- Aromen -> Die interessieren eher uns Menschen, den Ameisen sind sie egal, auch wenn sie vielleicht für den einen oder anderen Geschmack eine Vorliebe entwickeln können.

- Proteine -> Ameisen brauchen zwar Proteine, aber tierische Proteine, weshalb wir ja Insekten usw. verfüttern. Die Proteine im Honig stammen von den Pollen der Blüten, sind also nicht tierisch sondern pflanzlich. Daher für die Ameisen nicht zu gebrauchen.

- Enzyme -> Die im Honig enthaltenen Enzyme sind überwiegend dafür zuständig Saccharose in Fructose und Glucose zu spalten. Da dies im Honig bereits geschehen ist haben auch sie keinen weiteren Nutzen für die Ameisen.

Also ist erstmal kein Gewinner zu sehen.
Fragen wir uns mal was die meisten Ameisen in der Natur zu sich nehmen: Das wäre der Honigtau. Dieser besteht zum größten Teil aus Fructose und Glucose, also wieder das gleiche wie Honig und Invertzucker. Ebenfalls ist beides gut zu bekommen und auch nicht sehr teuer, wobei guter Biohonig doch mal teurer werden kann.

Nun bleibt noch die umstrittene Pestizidfrage:
Erstmal sei zu erwähnen, dass immer und in allem Pestizide sein können, egal ob es sich nun Bio nennt oder nicht. Es ist nun eine Glaubensfrage welches weniger und seltener belastet ist.

Fakt ist dass in letzter Zeit im Honig immer mehr und immer öfter Giftstoffe nachgewiesen werden und dass Kolonien verstorben sind von denen man denkt es läge an schlechtem Honig. Bei Invertzucker gab es sowas noch nicht zu lesen. Ebenfalls Fakt ist, dass viele Ameisen Invertzucker dem Honig vorziehen. Nur zu sagen dass das daran liegt dass er süßer schmecke würde reicht nicht, denn Menschen achten auf Genuss, Ameisen gehen da eher effizienter vor. Auch das Argument, dass Invertzucker nicht gut ist, weil es mit mehr Verarbeitungsvorgängen hergestellt wird wie Honig ist ziemlich aus der Luft gegriffen.

Fazit:
Was ihr nun euren Ameisen füttert ist eure Sache, aber für das Wohl der Tiere ist zu empfehlen Honig, Honigwasser oder Invertzucker zu nehmen. Ich persönlich nehme Invertzucker

Proteine

Ameisen brauchen tierische Proteine um ihre Nachkommen aufzuziehen.

Hauptsächlich vertilgen sie in der Natur Insekten, aber auch anderes.
Da kann man also eine ganze Menge anbieten, man sollte jedoch beachten dass Ameisen nur flüssige Nahrung aufnehmen können, daher können sie mit Getrocknetem kaum etwas anfangen. Anbieten kann man z.B. Heuschrecken, Schaben oder Fliegen. Einige Arten nehmen auch Fisch und Fleisch an.

Es tut der Kolonie auch gut ab und an verschiedene Sachen verfüttert zu bekommen.
Futtertiere können Milben haben, welche auf die Ameisen übergehen können. Um das zu verhindern kann man sie einfach überbrühen, selbst sauber züchten oder aus vertrauenswürdigen Quellen verfüttern. Man kann auch in der Natur selbst sammeln, jedoch wird das ab einer gewissen Koloniegröße zu viel Arbeit und es gibt geschützte Tiere welche man nicht verfüttern darf.

Blattschneider

Blattschneiderameisen (Atta, Acromyrmex und 'primitivere' Blattschneiderarten) brauchen, wie der Name schon sagt, Blätter.
Jedoch fressen sie diese Blätter nicht, sondern zerkauen sie und züchten mit dem Pflanzenbrei einen besonderen Pilz. Beim Zerscheniden und Zerkauen nehmen die Arbeiterinnen die austretenden Pflanzensäfte auf um ihren Zuckerbedarf zu decken. Der Pilz bildet proteinreiche Fruchtkörper mit denen die Gyne, bzw. Gynen und die Brut gefüttert werden.

Die Blätter sollten am besten frisch und feucht sein. Im Winter kann man entweder immergrüne Pflanzen wie Brombeer sammeln oder man sammelt im Sommer Blätter auf Vorrat, welche man einfriert. Wasser, Kohlenhydrate oder Proteine muss man nicht zusätzlich anbieten.

Verfüttern kann man z.B.: Liguster, Linde, Weide (glattblättrig), Weißdorn, Säulenpappel, Spitzahorn, Bergahorn, Holunder, Zwergholunder, Breitwegerich, Esche, Pimpernuss, Robinie, Prunus (Kirsche), Hainbuche, Birke, Brombeer, Himbeer, Knoblauchsrauke, Glückskastanie, Rotklee, Eibe, Feldahorn, Feuerdorn, Zimmerhibiskus, Feldsalat, Maisblätter, Aronstab, Primel, Flieder, Bux, Cornus, Efeu, Stechpalme, Erle, Haselnuss, Apfel (Frucht), Eiche.

Samenfresser

Samenfresser, auch granivore Ameisen genannt, sammeln Samen die sie zerkauen und zu Ameisenbrot verarbeiten, von welchem sie sich dann ernähren. Dieses Ameisenbrot stellt die Kohlenhydratversorgung dar. Daher kann man Zuckerwasser, Invertzucker usw. weglassen, aber es spricht nichts dagegen es zusätzlich anzubieten. Proteine brauchen sie jedoch weiterhin in Form von Insekten und ähnlichem.

Verfüttern kann man Samen von z.B.: Amaranth, Chia, Gerste, Gras, Hafer, Hirse, Löwenzahn, Mohn, Polenta, Psyllium, Salat (verschiedene), Weizen.