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Nico's Ameisen

Haltungsberichte und Informationen

Formicarium

Wenn wir uns für eine Ameisenart entschieden haben, brauchen wir ein passendes Setup. Dies muss an die Art angepasst werden. Alle Ameisenarten brauchen einen Nestbreich sowie einen Auslauf.

Diese kann man separat oder kombiniert anbieten.
Ich persönlich biete beides lieber separat an, da man so flexibler bei Veränderungen ist. Natürlich gibt es Ausnahmen, wo beides kombiniert angeboten werden muss, bzw. wenn sich die Ameisen ihr Nest einfach in den Auslaufbereich bauen. Als Beispiele wären da Oecophylla (Echte Weberameisen), Polyrhachis (Unechte Weberameisen) oder Crematogaster (Kartonnest) zu nennen. Etwas anders ist es bei Blattschneiderameisen, diese brauchen drei getrennte Bereiche: Nestbereich, Frischfutterbereich und Abfallbereich. Wobei hier die letzten beiden (Futter, Abfall) in einem Becken zusammen sein können

Nester können sehr unterschiedlich sein.
Manche Arten bauen sie sich einfach selbst aus Blätter ihrer Wirtspflanze oder aus einem kartonartigen Gewebe. Diese Arten brauchen dann kein gesondert zur Verfügung gestellten Nestbereich. Die meisten Arten jedoch nisten in der Erde, unter Steinen, in oder unter Holz. Für diese muss man dann ein Nest anbieten. Man kann sie zwar einfach in der Erde der Arena wohnen lassen, aber wenn man das Leben im Nest beobachten möchte ist dies keine Option.

Arena (Auslauf/Outworld)

Die Arena ist schlichtweg der Auslaufbereich.
Er dient dazu den Ameisen Laufwege zu bieten und Nahrung anzubieten. Dieser kann sehr unterschiedlich aussehen und kann frei nach Lust und Laune gestaltet werden. Wichtig zu erwähnen ist, dass man aufpassen muss keine pestizidbelasteten Dinge oder Kunststoffe welche giftige Dämpfe frei lassen zu nutzen. Man sollte auch bedenken dass viele Ameisen im Boden nisten wenn man grabfähige Erde nutzt.

Nest

Glasfarm

Glasfarmen bestehen einfach gesagt aus zwei parallelen Glasscheiben zwischen denen eine Sand-Lehm-Mischung eingefüllt wird, worin die Ameisen sich selbst ihr Nest graben können. Man kann gut beobachten wie sich die Ameisen ein natürliches Nest ganz selbst graben, jedoch ist es schwer die richtige Feuchte zu halten und man muss beim Befeuchten aufpassen dass man nicht alles überschwemmt. Daran ist schon so manche Kolonie gestorben.

Kunststoffnest

Die meisten Kunstoffnester werden mit 3D-Drucker hergestellt, aber es gibt auch einige welche gefräst werden. Ich persönlich finde diese Nester sehr unnatürlich. Die meisten Urameisenarten, z.B. Ponerinen, weigern sich darin eine Kolonie zu gründen. Man muss auch gerade beim Selbstdesignen dieser Nester auf genügend Luftzirkulation achten und gewährleisten dass sich nicht zu viel Kondenswasser sammeln kann in denen die Ameisen oder die Brut ertrinkt.

Gipsnest

Mit Gips lassen sich viele schöne Nester herstellen. Sie sind recht natürlich und man kann sie gut mit Lehm verschieden färben. Geeignet sind sie allerdings nur für Arten die es trocken mögen, da sich schnell Schimmel bilden kann wenn man das Nest befeuchtet. Ich erwähne immer gerne, dass Gips selbst nicht schimmeln kann, da es mineralisch ist. Lediglich die Futterreste und der Kot der Ameisen können wegen der recht geringen Belüftung schimmeln.

Gasbetonnest

Auch aus Gasbeton (Ytong) lassen sich schöne Nester herstellen. Sie sind ebenfalls recht natürlich und lassen sich mit Lehm färben. Der große Vorteil ist die gute Belüftung durch die großen Poren wodurch so gut wie nie Schimmel entsteht. Allerdings gibt es auch hier einen Nachteil: Brut und Abfall können in die offenen Poren fallen. Dadurch ist die Schimmelgefahr wieder minimal höher, aber wichtiger: Der Verlust der Brut ist für die Kolonie und den Halter nicht grade erfreulich.

Gasbeton-Gips-Nest

Meiner Meinung nach sind Gasbeton-Gips-Nester die beste Variante. Dies kombiniert deren Vorteile und nimmt deren Nachteile.

Ausbruchsschutz

Da wir nicht möchten dass die Ameisen aus ihrem Formicarium heraus kommen muss ein Ausbruchsschutz realisiert werden. Dieser verhindert nicht nur das Ausbrechen, sondern auch das Einbrechen wilder Kolonien welche sehr territorial sein können.

Am wichtigsten ist ein passender Deckel, sodass das Formicarium mechanisch abgedichtet ist. Deckel sollte man immer nutzen, auch bei einheimischen Arten.

Da man natürlich ab und an den Deckel öffnen muss wäre es lästig wenn Ameisen unten am Deckel laufen oder entkommen. Aus diesem Grund trägt man Ausbruchsschutzmittel am Becken an. Im Idealfall nutzt man einen Arenarahmen, welcher rings um die Oberkanten des Beckens geht. An dessen Unterseite trägt man nun ein Mittel seiner Wahl auf. Am weitesten verbreitet sind Talkum oder Paraffinöl. Beides bekommt man günstig in Apotheken.

Ganz am Anfang

Dies sind natürlich alles Sachen für etwas größere Kolonien. Wenn man jedoch eine sehr kleine Kolonie oder eine einzelne Königin hat ist dies alles eher überflüssig.

Ideal ist ein Reagenzglasnest und ggf. ein kleines Behältnis, in welches das Reagenzglasnest hineinpasst, als Arena. Für solche trivialen Anfangssachen braucht man nur einige wenige Euro.

Startersets

Wer es schnell und einfach will kann sich passende Startersets kaufen. Diese enthalten aber oft unnötiges Zubehör und sind recht teuer. Man macht damit zwar nichts falsch, aber wer Geld sparen möchte stellt sich alles selber zusammen und baut die Nester ggf. selbst.